Pepper`s                     Geschichte

Ende November 2006

Von Frau Nina Müller (Dalmatiner in Not) erhalten wir telefonisch die Information, Daß ein Rüde aus unserem P-Wurf, PersiL. genannt Pepper, im Tierheim Worms ist.
Wir recherchieren erschrocken: das junge Paar an welches wir Pepper vor 4 Jahren vergeben haben, hatte ihn weitergegeben und diese Familie brachte Pepper dann im Oktober 2006 ins Tierheim.

Anfang Dezember 2006

Wir rufen im Tierheim Worms an, stellen uns als Züchter von Pepper vor und fragen, ob wir ihn vielleicht abholen oder zumindest bei seiner Vermittlung helfen dürfen.
Antwort des Tierheims: Grundsätzlich gehört der Hund jetzt dem Tierheim und nur dieses entscheidet über dessen Vermittlung !  Und als Züchter dürfte Pepper für uns ja kaum interessant sein, weil er ja kastriert sei.........??? Außerdem hätten wir ihn schon einmal an die “falschen Leute” vermittelt.......??? ......und überhaupt: Züchter......???

Immerhin: wir dürfen Pepper auf unserer Homepage als “zu vermitteln” veröffentlichen,
aber über die Vergabe entscheidet das Tierheim !

Mitte Dezember 2006

Wir haben eine Familie aus näherer Umgebung von Worms ins Tierheim geschickt, welche Interesse an Pepper hat.
Bei ihrem dortigen Besuch erhielt die Familie die Auskunft, daß es schon mehrere Interessenten für Pepper gibt, also kaum Aussicht sei ihn zu bekommen.

Wenige Tage vor dem Jahreswechsel

Wir rufen noch einmal im Tierheim an: Pepper sei so gut wie vermittelt, eine Familie komme in den nächsten Tagen zum Abholen.

Anfang Januar 2007

Frau Müller von Dalmatiner in Not informiert uns per e-mail, Pepper sei doch noch im Tierheim !!   ????

Ende Januar 2007

Eine weitere junge Familie wird von uns zu Pepper geschickt. Sie möchte zu ihrem Retriever (auch ein Tierheimhund) noch einen Gefährten.
Beim ersten Besuch klappt alles prima, die Familie ist begeistert und auch die beiden Hunde haben keine Probleme miteinander.
Beim zweiten Besuch, eine Woche später, ist die Situation ganz anders.
Pepper attackiert den Retriever massiv und die Familie muß Abstand von ihrem Vorhaben nehmen, leider !

Eine Tierheim-Mitarbeiterin erzählt der Familie, daß in der letzten Woche ein 18-monatiger Retriever angekommen ist......gab es da vielleicht Probleme und Pepper hat das auf den Hund der Familie übertragen ??

Bei unserem späteren Spaziergang mit Pepper haben wir vor dem Tierheim eine ähnliche Begegnung mit einem Retriever und Pepper beißt mir dabei vor Wut in den Ärmel meiner Jacke.
Gepflegte Feindschaft zwischen diesen beiden Hunden ???

Mitte Februar 2007

Nachdem alle Vermittlungsversuche fehlschlagen und Pepper nun schon fast 4 Monate im Tierheim ist, entschließen wir uns dazu, selbst nach Worms zu fahren (550 km).
Obwohl uns wegen der Einstellung des Tierheims zum Thema “Züchter” reichlich bange ist, nehmen wir per e-mail und telefonisch den Kontakt auf.
Wir melden uns mit Namen und Adresse als Interessenten für Pepper an und vereinbaren unseren Besuch für den 10.3.2007.

Da bis zu unserem Besuch noch reichlich drei Wochen Zeit sind, schicken wir noch einige e-mails und telefonieren mit dem Tierheim, um unser Interesse an Pepper weiter zu bekunden.

Das letzte Telefonat wird am 8.3.2007 gegen 13.15 Uhr geführt und vereinbart, daß wir am 10.3.2007 kurz nach 10.00 Uhr Pepper kennen lernen und den Tag mit ihm verbringen möchten.

10. März 2007

Am Vorabend haben wir eine Pension in der Nähe von Worms bezogen, welche Freunde uns gebucht hatten.
Als wir am Samstag morgen 10.00 Uhr am Tierheim ankommen, kommt uns Pepper schon mit einer anderen Familie entgegen.....???
Wir stellen uns im Tierheim vor und über ein nicht nachvollziehbares Info-System wird die Familie mit Pepper zurück beordert und muß uns den Hund übergeben.
Wir kommen uns vor als ob wir der Familie was wegnehmen !

Wir legen Pepper das mitgebrachte Brustgeschirr + 10 m Leine um (wir wußten, das er stark zieht und er hatte nur ein Halsband um), vereinbaren, ihn  zwischen 15.00 und 16.00 Uhr zurück zu bringen und stürmen dem Energiebündel hinterher,

Nach 4,5 Stunden Spaziergang und einer halben Stunde Mittagspause in einem Biergarten, kamen wir mit langen Armen und heißen Füßen wieder im Tierheim an.

Nach einigem Warten und langem Hin und Her war man bereit, uns Pepper, weil wir von soweit kommen, am nächsten Tag zu übergeben.

Der Schutzvertrag wurde ausgefüllt............und dann kam die jähe Wende !!!

Beim Durchsehen von Pepper`s Unterlagen stieß die Mitarbeiterin auf Info-Material, welches wir unseren Welpenkäufern mitgeben.
Natürlich stand dort überall unsere Adresse drauf und sie wurde stutzig:
“Wieso steht hier Ihre Adresse in den Unterlagen des Hundes ?”
Antwort: “Weil wir Pepper`s Züchter sind !”

Diese Antwort änderte alles !!!

Die Tierheimleiterin wurde heran bemüht und der Sachverhalt so geschildert, als ob wir Anspruch als ehemalige Besitzer erheben und an das erste, “nette” Telefonat im Dezember (Thema Züchter) konnte man sich  garnicht erinnern.

Die Entscheidung der Leiterin: Unter diesen Umständen könne man uns den Hund leider nicht geben !
Wieso ?
Weil wir Züchter sind !

Unsere Tochter Jenny weint inzwischen und erhält von der Mitarbeiterin als Trost die Worte: “Dann behältst Du eben aus dem nächsten Wurf einen Hund !”

Nach einiger Diskussion mit der Mitarbeiterin, die Leiterin war schnell wieder gegangen, mußten wir das Tierheim verlassen, traurig und tief betrübt, ohne Schutzvertrag und ohne Pepper.

Es bleiben Fragen..........

Wieso kann “Familie Stodolka” den Hund bekommen, aber die “Züchter “ nicht ?
Sind Züchter es nicht wert einem Tierheimhund ein neues Zuhause zu geben ?
Sind Züchter schlechte Menschen ?

Geht es hier um das Wohl des Hundes oder nur um persönliche Einstellungen ?

 

..............und es bleiben - vorerst - Erinnerungen :

     -    wie Pepper beim Losgehen kaum zu halten ist: Endlich !! Laufen !!  Los !! 
     -    wie Pepper glücklich mit angelegter Rute wie ein Hase im Zick-Zack über die
           leere Rheinwiese flitzt: Endlich rennen !!  Ohne Leine !! Stöckchen fangen, Tau
           ziehen, sich immer wieder strecken, frei, laufen......laufen.....
     -    wie er sich bei einer Pause auf einer Wiese an uns lehnt, zwischen uns rumkullert
           und vor Lebensfreude auf dem Rücken einen Hang runter rutscht und uns die
           Ohren putzt.........
     -  ...und: wie die Betreuerin nach unserer Rückkehr ins Tierheim ganz schön zu tun
           hat, um Pepper wieder in seine Box zu bringen !

 

Das Tierheim war in einem sehr guten Zustand, Pepper hatte nur zwischen den Hinterbeinen gerötete Stellen, vielleicht futterbedingt, machte aber sonst einen sehr gepflegten Eindruck, war auch nicht verstört.

 

Wir hatten den Eindruck, das Pepper uns nach den 5 Stunden sein Vertrauen gegeben hat.
Um so beschämender für uns, daß wir dieses Vertrauen einmal mehr enttäuschen müssen, weil Menschen anders entschieden !!!   

25. März 2007

Nachdem nun 2 Wochen Zeit vergangen sind, möchten wir die Geschichte ergänzen.

Wir bedanken uns bei allen, die sich für Pepper eingesetzt haben und dem vernünftigen Grundgedanken, daß er vielleicht bei seinen Züchtern und innerhalb einer Dalmatinermeute besser aufgehoben ist, als in einem Tierheim, im Gästebuch und im Tierheimforum Ausdruck verliehen haben.

Sehr zu unserem Leidwesen hat alles nichts geholfen: man hält an seinem Prinzip fest.
Welches Prinzip ??
Züchter sind schlecht, weil sie Tiere vermehren, die dann im Tierheim landen.

Wie hoch ist eigentlich prozentual der Anteil von Rassehunden aus VDH-Zuchten in Tierheimen ?

Warum sind unsere Welpen tätowiert oder gechipt, wenn sich in so einem Fall das Tierheim nichtmal die Mühe macht, den Züchter wenigstens zu informieren ?

Durch viele Nachrichten und Gespräche haben wir erfahren, das sehr viele Züchter gleichwertige Erfahrungen mit anderen Tierheimen gemacht haben.
Also scheint es ein generelles Problem Tierschutz : Züchter zu sein.   Wieso ???

Prinzipien sind toll, aber es läst sich ja auch leicht daran festhalten, wenn man dafür nicht selbst den Rücken hinhalten muß.


Den halten nämlich die Tiere hin: diejenigen welche länger im Tierheim verweilen müssen als es notwendig wäre und diejenigen die einen Tierheimplatz vielleicht dringender benötigten.

Pepper mit 5 Monaten

17. Mai  2007

Durch einen Eintrag in das Gästebuch unserer HP haben wir erfahren, daß Pepper am Ostersamstag (7.4.2007) in eine neue Familie umgezogen ist.
Wir haben uns sehr über diese “Osternachricht” gefreut und bis heute fleißig die Daumen gehalten, daß es dabei bleibt und nicht unvorhersehbare Dinge die Vermittlung doch noch scheitern lassen.

Per e-mail haben wir uns um Kontakt zur neuen Familie bemüht und auch Antwort erhalten.
Da wir vom 20.-22.4. in der Nähe von Worms weilten, hatten wir auch ein persönliches Kennenlernen vorgeschlagen.
Offenbar hatte man Pepper bei seinem Umzug aber einen “Beipackzettel” mit allerhand Nebenwirkungen mitgegeben, welche bei persönlichen Kontakten zu uns zum Ausbruch kommen... :-))

Wir wünschen uns für Pepper und “seine” Menschen ein lebenslanges und wirkliches Happy-End, stehen dafür auch gern mit Erfahrungen und Informationen zur Seite.
Vielleicht ergibt sich auch irgendwann die Gelegenheit, uns persönlich und glaubhaft von der glücklichen Vermittlung überzeugen zu dürfen.

FAZIT:

Offensichtlich gibt es seitens einiger Tierschützer ein unüberwindbares Vorurteil, um nicht zu sagen Hassgefühl, gegenüber Züchtern.
Für Menschen mit vernünftigen Ansichten eigentlich unverständlich und dies haben ja auch viele zum Ausdruck gebracht.
Natürlich kann man den Leuten nur vor den Kopf schauen und man kann sich auch irren, aber es gibt auch immer die Möglichkeit, Fehler zu revidieren und miteinander zu reden.
Aber es ist wohl einfacher, Tatsachen zu verdrehen, Schlechtigkeiten zu behaupten und die Sache dann verschwinden zu lassen.

Tierschutz ist gerechtfertigt, wenn es auch um Tierschutz geht !

Dazu gehört aber auch das Wissen um solche Dinge wie Artgerechtheit und Ansprüche des Tieres an ein zufriedenes Leben
und nicht nur Fanatismus und der arrogante Grundgedanke, daß Tiere ein Leben als Mensch toll finden.

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